Erholung für den Käse-Sven

 

Doa schdingt d’r ganze Kialschrank“, sagt eine Frau und läuft weiter. Der Käse-Fred lächelt. Er kann gut mit der manchmal etwas ruppigen Art der Hohenloher umgehen. Erstens ist er schon seit vielen Jahren auf der  Muswiese dabei. Und zweitens kommt er aus Hamburg, wo man ja auch nicht gern um den heißen Brei – oder eben den stinkenden Käs’ – herumredet.

 

Der Käse-Fred müsste eigentlich Käse- Sven heißen – wenn er nicht gerade Milchprodukte anpreist, hört er auf den Namen  Sven Hartmann. Und wenn er statt Milchprodukten Obstkörbe an Mann und Frau bringt – wie etwa regelmäßig auf dem Crailsheimer Fischmarkt – dann nennt er sich Bananen-Fred. Das wiederum ist auch der Name des Unternehmens, für das er seit seinem 14. Lebensjahr arbeitet

 

Heute ist Hartmann 47 Jahre alt und ständig in der ganzen Republik unterwegs – „an ziemlich jedem Wochenende von der zweiten Januarhälfte bis Ende Dezember“, wie der Vater von sechs Kindern sagt. Auf der  Muswiese steht er immer am selben Platz in der Nähe des Kinderkarussells und singt sein Loblied auf französischen Weichkäse und Co. ins Mikrofon.

 

Die  Muswiese in drei Worten? Da muss Hartmann nicht lange überlegen: „Einfach geile Veranstaltung.“ Die Zentralhohenloher lauschen dem Nordmann gern – und sie kaufen gut. „Außerdem mag ich das Familiäre hier“, sagt er. Sein Essen lässt Hartmann sich seit Jahren in der Weinstube Pietz schmecken und am Abend kann er selbst mitfeiern. Auf vielen anderen Märkten muss er bis in die Nacht hinein arbeiten. „Die  Muswiese ist für mich Erholung“, sagt der Verkäufer deshalb und fügt lachend an: „Am allerbesten gefällt mir der Montag.“ Ruhe statt Käse tut eben auch mal gut. Von Sebastian Unbehauen

 

 

(Foto: HT-Archiv)