Der brutzelnde Alleinunterhalter

 

Metzger Markus Hoffmann bedient in seiner zwölf Quadratmeter großen Wurstbude hungrige  Muswiesenbesucher. Der Allein-unterhalter bietet seinem ständig wechselnden Publikum mehr als nur Wurstwecken. Marie-Luise Landsberger

 

„Eine  Muswiesenwurst bitte“, „Ich bekomme zwei Schnitzelburger“, „Für mich eine Bosna, bitte“. Es ist Mittwochabend auf der  Muswiese, und wie Markus Hoffmann meint, relativ ruhig. Angelockt vom Geruch seiner frisch zubereiteten Spezialitäten, drängeln sich die Leute vor seinem Stand. Der Kundenstamm vor der Theke besteht unter anderem aus einem jungen Mann, der angestrengt das Angebot des Standes mustert. Ein anderer wedelt wild mit seinem 20-Euro-Schein, während die Frau neben ihm über die Theke hinweg mit den Worten „Dich seh’ ich auch schon zum dritten Mal“ gegrüßt wird. Etwas verdutzt hingegen wundert sich ein Dritter beim Blick in seinen Geldbeutel.

 

Und dort, inmitten des  Muswiesengetümmels, zwischen spritzenden Würsten und dampfenden Friteusen, bedient Markus Hoffmann zusammen mit seinem Team. 

 

Sämtliche Lärm- und Stressfaktoren scherzt Hoffmann einfach weg. Er steht von morgens bis abends in seinem Stand – und das, weil er keine einzige Minute verpassen möchte. „Die  Muswiese ist für mich der krönende Höhepunkt des Jahres“, so der Wurstbuden-Chef. Seine Schicht fängt morgens um 10 Uhr an und endet um 1 Uhr nachts. „Nach der  Muswiese fühle ich mich dann aber auch 50 Jahre älter“, gibt Hoffmann zu.

 

Von bekannten Gesichtern wimmelt es überall, denn der Metzger kennt bestimmt jeden Zweiten. Je später der Abend, desto dichter das Gedränge vor dem Stand. „Wenn es dann zum Bus geht“, so Hoffmann, „bestellen manche schon auf Zuruf zehn Meter vor der Bude.“ Doch der 40-Jährige scheint in dem Getümmel erst richtig aufzuleben.

 

Was die  Muswiese für ihn besonders macht: „Die Leute haben hier gemeinsam eine gute Zeit und verstehen sich“, so Hoffmann. „Auch wenn sie sich vielleicht am nächsten Tag nicht mehr kennen.“

 

(Foto: HT-Archiv)